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Frederike Helwig Kriegskinder

35 EUR

FREDERIKE HELWIG

KRIEGSKINDER

»Was haben meine Eltern erlebt, als sie so alt waren wie mein Sohn heute? Was hat sie zu denen gemacht, die sie heute sind?« Diesen Fragen geht die Fotografin Frederike Helwig in dem
Buch Kriegskinder nach.

Berlin, 23. November 2017 – Diejenigen, die Ende der 1930er-, Anfang der 1940er-Jahre geboren wurden und während des Zweiten Weltkriegs aufwuchsen, sind heute in ihrem achten Lebensjahrzehnt. Sie schauen zurück, sprechen teilweise zum ersten Mal darüber, was sie geprägt hat: Bomben, Flucht, Angst, Hunger, Krankheit, Tod, verschwundene Väter, überforderte Mütter, aber auch die Sprachlosigkeit der Nachkriegszeit – Erinnerungen an den Krieg und dessen generationsübergreifende Folgen sollten vergessen werden.

»So erinnern sich Viele bis heute an das Warten im Luftschutzbunker, an die Bombenangriffe, an die Angst der Erwachsenen, an die Leichen und Verletzten, die Gehenkten und die Selbstmörder, an zerbombte Häuser und das Spielen in den Trümmern. Viele haben deutliche oder diffuse Bilder von der Flucht und vom »russischen Feind«; sie spüren noch den Hunger und schmecken die Schokolade auf der Zunge, die ihnen ein amerikanischer Soldat zusteckte. Noch heute ekelt sie die steinig- wässrige Brennnesselsuppe und sie berichten von Mangelerscheinungen. Einige haben noch die befreiten KZ-Häftlinge vor Augen, die plötzlich vor der Haustür standen und um Brot oder Unterkunft baten, aber mit verhuschten Gesten und knappen Worten abgewiesen wurden.
Die Porträtierten hatten den Mut, sich der Kamera zu stellen und ihre Geschichten zu erzählen. Ihre Erinnerungen sind überwiegend anekdotisch, mit unterschiedlichem Maß an Selbstreflexion. Traumata oder transgenerationale Folgen kommen selten zur Sprache und spiegeln somit das bis heute übliche Schweigen. Der Betrachter ist deshalb aufgefordert, zwischen den Zeilen zu lesen, über die eigene Familiengeschichte zu reflektieren und einen Dialog über dieses schlimmste Kapitel der deutschen Geschichte zu beginnen. Es geht darum, sich auszutauschen und zu verstehen, welche destruktiven Folgen faschistische Systeme, Rassismus, Hass und Kriege haben, nicht um Anklage oder gar Verurteilung«, so Autorin Alexandra Senfft im Vorwort des Buches der Fotografin Frederike Helwig und der Journalistin Anne Waak.

Die aufwendig gestaltete Fotopublikation enthält 45 analog fotografierte Porträts einer Generation, deren Erinnerungen bald verschwunden sein werden. Anhand zahlreicher Kindheitserinnerungen, die den Porträts der Zeitzeugen gegenüber gestellt werden, ergibt sich ein komplexes Bild der Kriegkinder-Jahrgänge, die in der Zeit des Nationalsozialismus zur Welt kamen.

Frederike Helwig wurde 1968 in Hamburg geboren und lebt seit Anfang der 1990er Jahre in London. Sie begann ihre 20-jährige Karriere als Porträtfotografin in Zeitschriften wie i-D und The Face und arbeitet an Buchprojekten im Bereich der sozialen Dokumentarfotografie. Anne Waak wurde 1982 in Dresden geboren und lebt in Berlin. Sie arbeitet als freie Autorin u.a. für Die Welt am Sonntag und Monopol und schreibt Bücher zu Gesellschaftsthemen.


Von Frederike Helwig, Anne Waak, Vorwort von Alexandra Senfft
Deutsch, Englisch
2017. 104 Seiten, 45 Abb.
gebunden, mit engl. Begleitheft
19,50 x 23,80 cm



Die Galerie für Moderne Fotografie wurde 2008 von Kirsten Hermann gegründet und befindet sich in der Schröderstraße in Berlin-Mitte.
Der Schwerpunkt des Galerieprogramms liegt insbesondere auf dem Medium der Fotografie und konzentriert sich dabei sowohl auf die Präsentation internationaler
etablierter Künstlerinnen und Künstler als auch auf die Entdeckung junger fotografischer Arbeiten.
 
Mit Ausstellungen wie den DDR-Modeaufnahmen des Fotografen Roger Melis aus den Sechziger und Siebziger Jahren befasst sich das Programm nicht nur mit der Modefotografie
der letzten 40 Jahre und raren Vintage-Aufnahmen, sondern zeigt auch aktuelle Arbeiten etablierter zeitgenössischer KünstlerInnen wie Camille Vivier,
Ingar Krauss oder Albrecht Fuchs. Dabei ist die Galerie immer auch auf der Suche nach spannenden jungen Positionen und zeigt Newcomer wie etwa die Bernhard Prinz-Schülerin
Karoline Klüppel und andere singuläre Künstlerpersönlichkeiten aus der Portrait- und Landschaftsfotografie. Da die Vermittlung der Vielfalt der aktuellen
zeitgenössischen Fotografie im Galerieprogramm eine große Rolle spielt, liegen neben der Modefotografie immer auch die konzeptuellen Positionen der
(inszenierten) Gegenwartsfotografie im Fokus der Galerie.
 
Begleitet werden die Ausstellungen in den Galerieräumen in regelmäßigen Abständen von Präsentationen im „GFM Salon“ im ersten Stock,
in denen das übliche Konzept des neutralen White Cubes dem des bewohnten Salons weicht.

The Galerie für Moderne Fotografie was founded in 2008 by Kirsten Hermann and is located on Schroederstraße in Berlin’s Mitte district.
The gallery program focuses specifically on the medium of photography and concentrates on presenting internationally established artists as well as discovering young photographic talents.
 
Featuring exhibitions such as the GDR fashion photography of photographer Roger Melis from the 1960s and 70s,
the program encompasses not only fashion photography from the past forty years and rare vintage photos, but also presents
current works by established contemporary artists such as Camille Vivier, Ingar Krauss, or Albrecht Fuchs. The gallery is also always
on the look out for exciting new positions and shows newcomers such as Karoline Klüppel, a former student
of Bernard Prinz, and other singular artist personalities working in portraiture and landscape photography.
In focusing on fashion photography as well as conceptual positions in current (staged) photography,
the gallery and its program seek to convey the diversity of approaches in contemporary photography today.
 
The shows at the gallery’s exhibitions spaces are augmented by regularly programmed presentations of work
at the GFMF Salon in various locations around Berlin and abroad.

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mail@galeriefuermodernefotografie.com